Gesundheit

Das Gesundheitssystem unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung. Bedarfsorientierte Versorgung, Qualität, medizinisch-technischer Fortschritt und effizienter Ressourceneinsatz sind wichtige Stichworte für seine künftige Ausgestaltung. Das iit kann die Akteure der Gesundheitswirtschaft mit Analysen, Evaluationen und Beratungsleistungen unterstützen.

  • Ansprechpartnerin Gesundheit: Dr. Monika Huber
  • Ansprechpartner Medizintechnik: Dr. Matthias Seydack
  • Ansprechpartnerin Pflegeinnovationen: Christine Weiß


Gesundheit - individuell und bevölkerungsbezogen

Gesundheit und Gesundheitswirtschaft sind breite Themenfelder, die alle Menschen betreffen - als Nutzer von Gesundheitsleistungen, als Versicherte, als Angehörige oder in der Gesundheitswirtschaft Beschäftigte. Die langfristige Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben. Dabei ändern sich die Rahmenbedingungen für das Gesundheitssystem und seine Akteure.

Das Gesundheitssystem unterliegt einem ständigen Wandel und entwickelt sich hoch dynamisch weiter. Akteure aus vielen verschiedenen Disziplinen sichern eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau und stärken die Gesundheitswirtschaft als leistungsfähige und innovationsstarke Branche. Neue Forschungsergebnisse aus Medizin und Biowissenschaften, Pharmazie, Psychologie und Sozial- und Pflegewissenschaften, Medizintechnik, Gesundheitssystemforschung und Versorgungsforschung fließen in die Versorgungspraxis ein und helfen, sie immer besser und patientengerechter zu gestalten. Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsökonomie, Epidemiologie und Public Health liefern wichtige Impulse.

Zielgerichtete Therapien durch personalisierte Medizin

Auf der Suche nach besseren Therapien werden immer neue Wirkstoffe entwickelt, die Krankheiten effektiv bekämpfen und gleichzeitig möglichst wenig unerwünschte Wirkungen auslösen sollen. Genau wie der Verlauf einer Krankheit kann aber auch die Wirkung eines Medikaments bei verschiedenen Menschen unterschiedlich sein, abhängig von der individuellen genetischen Disposition oder erworbenen Risikofaktoren. Neue Technologien, innovative Diagnostika und die Analyse großer Mengen von Patientendaten bilden die Basis für die Entwicklung von zielgerichteten, individualisierten Therapien.

Innovative Diagnostik – unverzichtbar für die effektive Behandlung

In der Diagnostik werden Patientinnen und Patienten mittels unterschiedlichster Verfahren untersucht mit dem Ziel, eine Krankheit so gut wie möglich klassifizieren zu können. Die Diagnostik ist damit der essentielle Ausgangspunkt für eine zielgerichtete und erfolgreiche Behandlung. Komplexe Krankheitsbilder wie Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen bedürfen dabei immer ausgefeilteren diagnostischen Methoden. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie auch die Analyse verschiedenster Biomarker. Auch therapiebegleitend sind neue Diagnostika ein wichtiges Hilfsmittel, um den Therapieverlauf optimal anzupassen. Innovative diagnostische Methoden eröffnen schließlich neue Möglichkeiten, bestimmte Krankheiten bereits im symptomfreien Frühstadium zu erkennen und zu behandeln.

Auf dem Weg in die postantibiotische Ära

Bakterielle Infektionskrankheiten waren jahrhundertelang die Geißel der Menschheit – bis zur Entwicklung von Antibiotika. Die Zahl resistenter Erreger, wie zum Beispiel verschiedener Krankenhauskeime, nimmt jedoch in alarmierendem Maße zu. Grund dafür ist vor allem die unangemessene Verschreibung von Breitspektrum-Antibiotika, die die Resistenzentwicklung begünstigen. So schnell die Zahl an multiresistenten Bakterienstämmen steigt, so vergleichsweise wenig neue Antibiotika wurden in den letzten Jahren auf dem Markt zugelassen. Es besteht großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf, um nicht wieder eine Zeit katapultiert zu werden in der auch gewöhnliche Infektionen und kleinere Verletzungen tödlich sein können.

Translationale Forschung – vom Labortisch zum Krankenbett und wieder zurück

Translationale Forschung vollzieht sich an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Anwendung neuer Therapien und Diagnostika. Obwohl das Wissen über Krankheitszusammenhänge in den letzten Jahren exponentiell gewachsen ist, lassen sich diese Erkenntnisse bisher nicht schnell und effektiv genug in neue Behandlungsmöglichkeiten umsetzen. Eine erfolgreiche Translation ist jedoch der Schlüssel für die Entwicklung und Anwendung neuer Medikamente, die von vielen Patientinnen und Patienten dringend gebraucht werden. Daher muss die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Kliniken und der Industrie intensiviert und die Translation als eigenes Forschungsfeld in ihrer Infrastruktur und Finanzierung gestärkt werden.

Medizintechnische Innovationen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen

In der Medizintechnik lassen sich derzeit fünf innovative Entwicklungsrichtungen erkennen. Neben Miniaturisierung, zunehmender Integration von Informations- und Kommunikationstechnik sowie Integration in bestehende Daten- und Kommunikationsnetzwerke sind dies auch die Personalisierung von Medizinprodukten sowie die Integration von biologischen und technischen Komponenten (Biologisierung).

Technologien mit besonders hohem Forschungs- und Entwicklungsbedarf sind dabei die bildgebenden diagnostischen Verfahren, verschiedene interventionelle Techniken, in-vitro-Technologien, medizinische Informationssysteme/Telemedizin, Prothetik und Implantate, Therapiesysteme sowie einige Querschnittsthemen. Neben der Lösung komplexer technologischer Aufgaben müssen jedoch einige übergreifende Fragen beantwortet werden: Welche Folgen für den Menschen und die Gesellschaft sind bei einer breiteren Umsetzung dieser Technologien zu erwarten (Technik-Folge-Analyse)? Gibt es hierbei kritische Bereiche hinsichtlich der Produktzulassung? Welche Auswirkungen hat die immer stärkere Vernetzung auf die informationelle Selbstbestimmung der Patienten?

Medizintechnik im wirtschaftlichen Umfeld

Deutschland ist weltweit der drittgrößte Produzent von Medizintechnik und Anbieter medizinischer Dienstleistungen. Dabei fällt auf, dass auch immer mehr Technologie-Unternehmen, die keine Historie als Medizinproduktehersteller besitzen, in den Medizinproduktemarkt vorzudringen versuchen. Sie sehen sich dabei mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Dies betrifft zunächst das oft kaum vorhandene biotechnologische Know-how, dessen Fehlen die Entwicklungsarbeit stark verzögern kann. Hier ist zu prüfen, ob neue Formen der Kooperation gefunden werden können oder ob es stattdessen für die Unternehmen zielführender ist, sofort Biowissenschaftler anzustellen.

Auch die (weltweite) Zulassung von Medizinprodukten sowie Fragen des Health Technology Assessment (HTA) und der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland stellen für viele Unternehmen zunächst eine Unbekannte dar. Eine bessere Unterstützung, z. B. durch eine Lotsenfunktion, erscheint hier geboten.

Schließlich ergibt sich auch die Frage, ob und inwiefern medizinischer Nachwuchs sowie medizinische Dienstleister – jenseits von Produktwerbung! – an neuartige Medizinprodukte herangeführt werden können. Dies setzt jedoch einen besseren Überblick sowie einen möglichst unabhängigen Vergleich voraus.

Versorgung und Pflege neu denken

Angesichts einer alternden Bevölkerung steigt auf der einen Seite die Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen insbesondere durch eine höhere Anzahl von Pflegebedürftigen. Auf der anderen Seite stehen immer weniger informell und professionell Pflegende zur Verfügung. Ziel ist, durch technische und organisatorische Innovationen langfristig eine qualitativ hochwertige Pflege sicherzustellen. Dies bedeutet v. a. den Erhalt der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen, aber auch die Entlastung der pflegenden Angehörigen für eine bessere Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf. Neue Interventionsstrategien, übergreifende Versorgungskonzepte und neuartige Assistenzsysteme müssen entwickelt werden. Ziel ist es die bereits vorhandene Innovationsstärke Deutschlands in der Medizintechnik auf die Pflegetechnologie auszuweiten und so Deutschland als Leitanbieter in diesem Markt zu etablieren.

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