Die Zukunft der Forschungsförderung - Ein ökonomisches Bewertungsverfahren zur Identifikation förderfähiger Zukunftstechnologien
Dr. Pavel, Ferdinand, Berlin (2009)
Im Zusammenhang mit der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes wird oftmals kritisiert, dass es bei der Selektion der zu fördernden Technologiefelder an objektiven, nachvollziehbaren Kriterien mangelt. Dadurch bestünde die Gefahr, dass Förderentscheidungen zu stark von subjektiven Einflüssen bestimmt sein können. Ziel der vorliegenden Studie ist es, eine formale Methode darzustellen, mit der die Förderwürdigkeit von Branchen und Technologien objektiv und nachvollziehbar bewertet werden kann. Diese soll jedoch nicht die bisher angewendeten Auswahlverfahren in Frage stellen, sondern die etablierten Methoden der Technologievorrauschau zielgerichtet ergänzen. Der erste Teil der Studie umfasst eine Betrachtung der Förderpolitik sowie der dabei eingesetzten Methoden zur Technologievorrauschau in Deutschland, Japan, den USA und Großbritannien. Trotz unterschiedlicher Gestaltung der Technologievorrauschau beruhen die Verfahren in allen Ländern auf subjektiven Experteneinschätzungen. Im zweiten Teil wird ein Verfahren zur ökonomischen Bewertung des Innovationspotenzials von Branchen und Technologien skizziert, das vollständig auf empirisch messbaren Kennzahlen basiert. Um bei der Auswahl geeigneter Kriterien die größtmögliche Objektivität zu erreichen, orientiert sich die Selektion und Spezifikation dieser Kennzahlen an aktuellen theoretischen und empirischen Erkenntnissen zur wirtschaftswissenschaftlichen Analyse von Innovationsprozessen, insbesondere an den relevanten Publikationen der OECD. Zur Illustration wird diese Vorgehensweise am Beispiel des Innovationspotentials bestimmter Brachen- und Hochtechnologiefelder dargestellt. Die dabei relevanten Erfolgsdimensionen sind Innovationstätigkeit und Wachstumsdynamik auf Branchenebene sowie das aktuelle und zukünftige wirtschaftliche Potential der einzelnen Technologien. Grundsätzlich ist die vorgestellte Methode äußerst flexibel, so dass sie sich für eine Vielzahl von Fragestellungen anwenden lässt. Beispiele hierfür sind unter anderen der Einsatz in der projektbezogenen Förderung der Bundesregierung im Rahmen einer Vorselektion bzw. Expost Evaluierung, der Einsatz im Foresight-Prozess des BMBF als Ergänzung und Erweiterung des aktuellen Methodenmix, oder die Selektion und Bewertung einzelner Technologiefelder für die Weiterentwicklung der „Hightech-Strategie“. Auf diese Weise könnte vor allem die Objektivität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Technologieauswahl entscheidend verbessert werden.
Referenz : http://www.spectaris.de/uploads/tx_ewsartikel/Studie_DIWecon_Spectaris_2.0.pdf
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