Messung der Industrieakzeptanz in Deutschland

Die Industrie ist unbestritten ein Motor für Wachstum in Deutschland – über die Industrieakzeptanz in der Bevölkerung ist noch wenig bekannt. Erste Erkenntnisse lieferte die iit-Studie „Akzeptanz der Industrie am Wirtschaftsstandort Deutschland“ (2015). Hieran anknüpfend soll nun erstmals eine solide, quantitative Datenbasis geschaffen werden. Gemeinsam mit Kienbaum Consultants International GmbH und der uzbonn GmbH werden unter anderem eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage zur Industrieakzeptanz und ein Validierungsworkshop durchgeführt.

Laufzeit

September 2016 – Juni 2017

Auftraggeber

Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Kontakt

Dr. Christoph Bogenstahl

+49 30 310078-453

Details

Motor, Innovationstreiber und größter Arbeitsgeber in Deutschland ist die Industrie. Trotz der positiven Einflüsse auf Wachstum, Beschäftigung und Entwicklung bestehen Bedenken hinsichtlich einer möglicherweise mangelnden Industrieakzeptanz in der Gesellschaft. Während wissenschaftliche Studien nahelegen, dass die Industrie insgesamt kein Akzeptanzproblem hat, wird dies von der Industrie und ihren Interessenvertretern durchaus anders wahrgenommen, beispielsweise im Hinblick auf die geringe Informiertheit über die Industrie, gerade in der jüngeren Bevölkerung. Dies ist insbesondere im Hinblick auf den wachsenden Wettbewerb um Auszubildende und Fachkräfte aus Sicht der Industrie mitunter besorgniserregend. Auch ist die wahrgenommene Skepsis in der Gesellschaft gegenüber industriellen Großprojekten (insbesondere Infrastruktur-Bauvorhaben und der damit häufig auch verbundenen Errichtung industrienaher Infrastruktur wie Straße, Schiene und Häfen) und industrielle Produktion gestiegen.

Diesen Herausforderungen widmet sich das Bündnis „Zukunft der Industrie“, das u.a. die Wahrnehmung und Akzeptanz der Industrie in der deutschen Gesellschaft verbessern will. Die im Sommer 2015 abgeschlossene iit-Studie „Akzeptanz der Industrie am Wirtschaftsstandort Deutschland – Stand der Forschung, Erfahrungen und Handlungsansätze“ schuf erste Erkenntnisse auf Basis von Sekundäranalysen. So war es ein zentrales Ergebnis der Studie, dass zum damaligen Zeitpunkt keine national oder international vergleichbaren Studien zur Messung der Industrieakzeptanz vorlagen. Als „Hilfsindikator“ (Proxy) musste daher auf die „Technologieakzeptanz“ zurückgegriffen werden.

Hier schließt die aktuelle Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums an. In einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung wird der Stand der Industrieakzeptanz in Deutschland direkt erhoben. Anhand statistischer Analysen soll überprüft werden, inwiefern es eine messbare Skepsis gegenüber industriellen Aktivitäten in Deutschland gibt und – falls ja – ob diese unterschiedlich ausgeprägt ist nach Altersgruppen, Bildungsstand oder Region. Auch soll die Wahrnehmung der Industrie in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Akteuren und Wirtschaftssektoren untersucht werden. Ebenso sollen die Ursachen und Determinanten der Industrieakzeptanz (bzw. -ablehnung) vertieft analysiert werden.

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