GOLDEN CIRCLE 

ANLEITUNG VON ZOÉ WEKWERTH UND STEFAN PETZOLT, INSTITUT FÜR INNOVATION UND TECHNIK (IIT), JUNI 2020
 

ECKDATEN

Bereich: Storytelling
Dauer 1,5 – 2 Stunden
Ideale Gruppengröße 3 – 6 Personen pro Kleingruppe
Moderationsniveau mittel
Materialien

unterschiedlich farbige Klebezettel, Klebepunkte, Stifte, Fläche zur Visualisierung

(Pinnwand, Whiteboard, Poster, o. ä.), Befestigungsmaterial
(Magnete, Pinnnadeln, Klebeband), Time Timer
Ziel Story und Vision für das Projekt entwickeln
Outcome
Inspirierender, kurzer Pitch

 

Methode


 Autor und Unternehmensberater Simon Sinek analysierte, warum bei gleichen Rahmenbedingungen manche Menschen und Unternehmen erfolgreicher sind als deren
Mitbewerber. Er stellte fest, dass erfolgreiche Organisationen eine klare Vision haben, die
andere Menschen überzeugt und begeistert. Inspirierende Organisationen denken, handeln und kommunizieren von innen nach außen – also vom Wieso zum Was. Jeder weiß, was er tut, viele wissen auch noch wie sie es machen, aber die wenigsten wissen, warum sie es tun – und das macht den entscheidenden Unterschied.
 
,,Menschen kaufen nicht, was man macht; sie kaufen, warum man etwas macht.“
Simon Sinek
 

Vorgehen

Vorbereitung | 20 Minuten

Bereiten Sie im Vorfeld am besten schon die Arbeitsplätze der Teilnehmenden vor. Nutzen Sie
hierfür eine geeignete Fläche, wie beispielsweise ein Whiteboard oder eine Pinnwand pro
Person, und kleben Sie jeweils ein leeres Post-it für „Wieso“, „Wie“ und „Was“ auf. Es kann auch hilfreich sein, den Golden Circle und entsprechende Leitfragen und Formulierungsbeispiele für alle sichtbar im Raum aufzuhängen. Hier finden Sie eine Vorlage zum Ausdrucken.
 
Durchführung | 1,5 – 2 Stunden
 
• SCHRITT 0 – INTRO | 15 MINUTEN
Vorstellungsrunde, Begrüßung, Erwartungen klären, Ablauf vorstellen, Warm-up.
 
Tipp:
Lesen Sie zur Gestaltung des Intros die Anleitung „Grundlagen für Workshops
 
• SCHRITT 1 – SCOPE FESTLEGEN | 15 MINUTEN
Besprechen Sie zu Beginn mit den Teilnehmenden die konkrete Situation, für die der Golden-Circle-Pitch entwickelt wird, denn ein Pitch ist nur dann erfolgreich, wenn er zur jeweiligen Situation passt. (siehe „Pitching und Storytelling“).
 
• SCHRITT 2 – VORSTELLUNG METHODE | 10 MINUTEN
Präsentieren Sie den Teilnehmenden die Golden Circle-Methode und gehen Sie hierbei auch auf die Bedeutung und Relevanz vom Storytelling ein: Geschichten wecken das Interesse der Rezipienten und bringen sie zum Zuhören. Überzeugende Stories bleiben den Menschen eher im Gedächtnis und unterstützen die Identifikation mit dem Produkt oder Service.
 
Tipp:
Durch ein Beispiel wird die Erläuterung der Methode eingängiger und besser verständlich. Nutzen Sie beispielsweise das Apple Beispiel
von Simon Sinek:
 
WIESO Bei allem, was wir tun, hinterfragen wir den Status quo. Wir glauben an das, was wir tun und an eine neue Denkweise.
WIE Wir hinterfragen den Status quo, indem wir Produkte mit einem schönen Design anbieten, die  benutzerfreundlich sind.
WAS Wir haben das Glück, gute Computer herzustellen. Möchten Sie einen kaufen?
 
 
• SCHRITT 3 – EINZELARBEIT AM GOLDEN CIRCLE | 10 MINUTEN
Die Teilnehmenden arbeiten zunächst einzeln an ihrem Golden Circle. Dabei schreiben sie pro Post-it (Wieso, Wie, Was) ein bis zwei prägnante Sätze auf.
 
Tipp:
Achten Sie darauf, dass die Teilnehmenden wirklich alleine arbeiten und sich noch nicht absprechen. In diesem Schritt sollen alle Teilnehmenden erst einmal für sich überlegen.
 
O SCHRITT 3.1 BESCHREIBUNG DES WIESO
Die Teilnehmenden beginnen mit der Formulierung des „Wieso“. Hier sollen sie sich bewusstmachen, warum es das Unternehmen gibt und die Beweggründe, die Motivation und/oder die Vision des Projektes/Unternehmens beschreiben. Wie empfehlen folgende Leitfragen und Formulierungsbeispiele:
 
Tipp:
Achten Sie darauf, dass bei der „Wieso“-Frage wirklich Vision/Motivation/ Beweggründe formuliert werden. Oft passiert es, dass man bei der Beschreibung des „Wieso“ schon versehentlich ins „Was“ rutscht. Hier kann es hilfreich sein, sich während der Bearbeitung der Aufgabe den Golden Circle mit den entsprechenden Leitfragen vor Augen zu führen.
 
O  SCHRITT 3.2 BESCHREIBUNG DES WIE
Im nächsten Schritt beschreiben die Teilnehmenden, mit welchen Mitteln das formulierte „Wieso“ umgesetzt wird. Sie überlegen sich also, was ihr Produkt oder ihren Service auszeichnet.
 
Tipp:
Die Teilnehmenden sollen sich bei der Beschreibung des „Wie“ nicht in technischen Details verlieren, sondern sich auf die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale und Prozesse fokussieren.

O  SCHRITT 3.3 BESCHREIBUNG DES WAS

Im letzten Schritt wird das Produkt oder der Service möglichst prägnant in einem Satz auf den Punkt gebracht.
 
 
• SCHRITT 4 – PRÄSENTATION UND ERGEBNISSE| 15 MINUTEN
Holen Sie die Teilnehmenden wieder zusammen in die Gruppe. Nun präsentieren alle Teilnehmenden der Gruppe ihren Golden Circle und geben sich gegenseitig Feedback. Die Präsentation des Golden Circle erfolgt natürlich wie oben beschrieben vom „Wieso“ zum „Was“.
 
Tipp:
Die Präsentierenden sollen hier kurz und prägnant ihre Heilige Dreifaltigkeit pitchen und nicht weit ausschweifen oder Erläuterungen anführen.
 
• SCHRITT 5 – ABSTIMMUNG | 10 MINUTEN
Sammeln Sie alle Golden Circle-Vorschläge an einer geeigneten Fläche. Alle Teilnehmenden erhalten drei Klebepunkte. Nun soll jede Person entscheiden, welches „Wieso“, „Wie“ und „Was“ ihn oder sie am meisten überzeugen konnte. Dazu wird auf das entsprechende Post-it ein Klebepunkt platziert. Isolieren sie für „Wieso“, „Wie“ und „Was“ jeweils die zwei Post-its mit den meisten Klebepunkten und platzieren die „Sieger“ gut sichtbar oben auf der Fläche.
 
Tipp:
Bitten Sie die Teilnehmenden sich nicht abzusprechen oder zu beraten, sondern möglichst stumm ihre Klebepunkte zu verteilen.
 
 
• SCHRITT 6 – KONSOLIDIERUNG | 20 MINUTEN
Die Teilnehmenden haben jetzt die Aufgabe sich pro Anekdote, Zahl/Studie und Kernaussage auf ein bis zwei Sätze, die das Projekt am besten beschreiben, zu einigen. Hierbei können Sie natürlich die bereits vorhandenen Post-its nutzen, aber auch neue Post-its beschreiben. Das Ziel ist, dass ein Pitch entsteht, der alle Teilnehmenden überzeugt.
 
Tipp:
Auch wenn natürlich alle Teilnehmenden mit der Endlösung zufrieden sein sollen, achten Sie darauf, dass sich die Teilnehmenden nicht in endlosen Diskussionen verlieren.
 
• SCHRITT 7 – OUTRO | 10 MINUTEN
Verbleibe, Erfüllung der Erwartungen klären, Feedback für Moderation und Verabschiedung
 
Tipp:
Lesen Sie zur Gestaltung des Outros die Anleitung „Grundlagen für Workshops“.
 
 

 

VORLAGEN & BEISPIELE

Simon Sineks Video zum Golden Circle

 

WEITERARBEITEN

Nach dem Workshop sollte der entwickelte Golden Circle nicht einfach in einer Schublade verschwinden, sondern getestet werden. Pitchen Sie den Golden Circle gegenüber KollegInnen, KundInnen, PartnerInnen etc. und holen Sie sich Feedback ein. Nutzen Sie den Golden Circle als gemeinsame Vision für die interne Kommunikation und als überzeugende, inspirierende Kurzdarstellung Ihres Projekts nach außen.
 

Downloads der Unterlagen

Sie haben Feedback, Fragen oder benötigen Unterstützung bei der Umsetzung? Dann freuen wir uns auf Ihren Kontakt!

Kontakt

Dr. Sebastian von Engelhardt
Institut für Innovation und Technik (iit)
Geschäftsmodell-Coach

 

Stefan Petzolt
Institut für Innovation und Technik (iit)
Geschäftsmodell-Coach

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